Lima Limone
Ganz Bolivien hat ungefähr 11 Millionen Einwohner. Lima auch. Lima ist eine Stadt. Sie beherbergt fast ein Drittel der gesamten Bewohner Perus. Ein peruanischer Riese also. Als Besucher fühlt man sich unglaublich klein. Ich fühlte mich wie ein Glückspilz im Großstadtjungle. Eigentlich hatte ich nämlich nicht gedacht, dass mir Zeit bleiben würde nochmals nach Peru zu fahren. Als ich dann aber gefragt wurde ob ich nicht Lust hätte 50 Stunden bis ans Meer zu fahren, um dort auf einer Kampagne zu helfen, war ich sofort Feuer und Flamme. Was sind schon etliche Stunden Busfahrt gegen die Möglichkeit eine weitere Stadt zu erkunden? Und endlich mal wieder ins Meer zu hüpfen!
Natürlich hatte es mit dieser "Lentes al Instante" Kampagne auch etwas besonderes auf sich, denn es war die allererste außerhalb Boliviens. Das Projekt schwappt also langsam aber sicher auch nach Peru über. Innerhalb dieser Kampagne war es deswegen neben dem üblichen Augen ausmessen unter anderem unsere Aufgabe neue Freiwillige auszubilden. Es ist schon heftig wie schnell man von der Schüler- in die Lehrerrolle wechselt und mit welch einer Leichtigkeit dieser Prozess einher geht.
Zum Glück wurde uns auf der Fahrt von Santa Cruz nach Lima ein Zwischenstopp in La Paz genehmigt. Ohne diesen wäre es auch wirklich kaum auszuhalten gewesen. Auf jeden Fall konnte ich so endlich nochmal ein paar Dinge tun, für die ich an Weihnachten keine Zeit gefunden hatte. Hoch nach El Alto und von da aus zum größten Friedhof La Paz zum Beispiel. Eine echt krasse Szenerie. Meterhohe Grabreihen verziert mit bunten Malereien ; heruntergekommene und prunkvolle Gräber Seite an Seite. Den restliche Zeit des Tages nutzte ich zum Beine vertreten und ließ mich einfach in der Stadt treiben.
Nach der kleinen Verschnaufpause in La Paz fuhren wir am nächsten Tag mit einem Sammeltaxi bis an den Grenzort Desaguadero wo wir in unsere Flota stiegen. Mit Abstand die schlimmste Busfahrt meines Lebens. Hatte aber weniger mit der Länge als mit meiner Gesundheit zu tun. Mal wieder. Etwa 26 Stunden später kamen wir also am langersehnten Zielort an. Auf Grund der Größe hat Lima allerdings nicht wie jede andere Stadt ein universelles Busterminal sondern viele kleine welche, in der Stadt verteilt, nach Abfahrtsort sortiert sind. In so vielen Dingen scheint Lima einfach anders gestrickt zu sein. In welcher Metropole findet man schon Dünen? Und Smog der kein Smog sondern Meeresnebel ist?
Nach der zweitägigen Grundausbildung der Frischlinge ging es auch direkt los. Vier bis sechs Stunden Fahrt täglich. Und das, obwohl wir nicht mal auf die Dörfer fuhren! Der Grund hieß Verkehr. Ein einziges stinkendes und hupendes Gewusel. Irgendwie schaffte es Lima aber auch oft einen vergessen zu lassen, dass man sich in solch einer Metropole befand. Die spektakulären Sonnenuntergänge und die abendlichen Bäder in Wellen die einem wortwörtlich den Boden unter den Füßen wegzogen zum Beispiel. Wenn man sich dann umschaute und auf all die Hochhäuser die sich hinter einem in den Himmel erhoben blickte konnte man kaum glauben, dass dies zu ein und der selben Szenerie gehörte. Eigentlich fühlte man sich dauerhaft wie bei einem Museumsbesuch.
Kunst. Küche. Kitsch. Es war einfach alles dabei.
Bis bald!
Clarita


Kommentare
Kommentar veröffentlichen