In 80 Stunden durch Südamerika
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| "wasch mich meiner sünden rein" |
Reisen geht hier anders. Kilometer- und Stunden Anzahlen verschwimmen wenn man ein bestimmtes Ziel hat. Camiri - Santa Cruz, Santa Cruz - La Paz, La Paz - Copacabana, Copacabana - Cusco. Die ganze Chose natürlich auch wieder zurück. Bei den Langstrecken ist man normalerweise mit einem Klo versorgt. Klingt erstmal gut. Nur leider bringt einem dieses Klo nichts wenn vor Abfahrt ein ausdrückliches Großgeschäftverbot ausgesprochen wurde und man sich die ganze Woche davor keine zwanzig Meter vom Klo entfernen konnte. Dank strikter Schonkost habe ich es überlebt und kam, zwar komplett dehydriert, aber wohlbehalten in La Paz an. Auf eine Einladung hin, hatte ich mich nämlich entschlossen Weihnachten bei einer befreundeten Familie zu verbringen. So hatte ich die Möglichkeit ein richtig typisch bolivianisches Fest zu verbringen und die Stadt gleichzeitig durch die Augen ihrer Bewohner kennen zulernen. Durch Post und Mamas selbstgebackener Kekse war sogar ein Stück Heimat dabei. Die Zeit rund um Weihnachten erkundete ich La Paz auf eigene Faust und versuchte mich im Großstadtjungle zurechtzufinden. Beim ersten Blick auf die Stadt klappte mir erstmal die Kinnlade herunter. Egal ob auf Hügeln oder Bergen, überall Häuser. Und Autos. Und Menschen. Armut neben Reichtum. Sauberste und modernste Gondeln, die als öffentliches Verkehrsmittel dienend, einen Blick auf heruntergekommene Häuserreihen und dreckige Flüsse bieten.
Kurz um, die Stadt begeisterte mich durch ihre Vielfältigkeit und ich wäre gerne noch länger durch ihre Straßen gewandelt. Trotzdem tat es auch gut ganz allein mit meinem Rucksack loszuziehen und auch noch ganz andere Seiten Südamerikas zu erleben. Frischen Fisch am Ufer des Titicacá Sees genießen ; auf den höchsten Punkt der Sonneninsel klettern ; einsame Blicke auf einen riesigen Sonnenuntergangsspiegel werfen ; verwirrte Gesichter auf Grund meiner bolivianischen Residenz bei der Grenzüberquerung einfangen ; (Gem)einsam sein ; bei der Besichtigung von Inkaruinen durch die Zeit reisen ; Berge erklimmen und an die Grenzen meiner Lunge stoßen ; bei Eiseskälte mit frischem Koka-Tee geweckt werden ; die beste Dusche seit meiner Ankunft in Südamerika nehmen ; und natürlich Po am Sitz und Nase an der Scheibe auf diversen Busfahrten gleichermaßen plätten. Auf ganzer Linie von Südamerika geplättet könnte man also sagen...
Bis bald!
Clara
Bis bald!
Clara








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