Potpourri
Trauern geht auch anders. Das ist das, was mir vom Feiertag "Todos Santos" am meisten im Gedächtnis bleibt. Anstatt den Friedhofsbesuch wie bei uns zum Pflichtbesuch zu machen, bei dem ein möglichst trauriges Gesicht aufgesetzt wird, läuft es hier anders. Es wird gelacht, gebetet, gegessen, bei den Gräbern gesessen und den Toten auf eine friedliche und heimelige Art und Weise gedacht. Vielleicht gab es etwas was der Verstorbene besonders gemocht hat? Ein Lied, ein bestimmtes Softgetränk oder spezielle Süßigkeiten? All das wird von den Verwandten als Opfergaben mitgebracht. Außerdem dürfen auch die Stühle nicht fehlen, auf denen man es sich mit anderen Familienmitgliedern und Freunden vor dem Grab gemütlich macht. Es können Musiker konsultiert werden, die live vor dem Grab performen. Ein Konzert für die Toten sozusagen. Außer der ausgelassenen Atmosphäre hat mich die Menge an Menschen überrascht. Der Friedhof war rappelvoll. Ganz Camiri und alle umliegenden Dörfer schienen gekommen zu sein. Sowohl vor als auch auf dem Gelände wurden Blumengestecke, Popcorn, Zuckerwatte und was das Herz noch so begehrt, verkauft. Zwischen Gelächter, Musik und Unterhaltungen konnte man ab und zu auch Gebete ausmachen. Ein absolut einmaliges Potpourri an Gefühlen, Bildern, Geräuschen und Gerüchen.
Bis bald!
Clara





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