Das Hopsen hat eine Ende




Da letzte Woche Samstag der Tag der Entrada war, ist die Zeit des Tanztrainigs abends nun auch vorbei. Wenn man Abends nach Hause kommt und sich überlegt, dass einem nicht noch zwei Stunden Training bevorstehen, fühlt es sich fast an wie Wochenende.
Obwohl Wochenende hier nicht umbedingt Entspannung heißt. Am vergangenen Wochenende war, aufgrund von Geburtstagsvorbereitungen für meine Mitbewohnerin, inklusive Kuchen und Überraschungsgast, viel vorzubereiten. Eine weitere mehr oder minder überraschende Tanzveranstaltung am Freitag und dann natürlich die Entrada am Samstag trugen ihren Teil dazu bei, dass man erst am Sonntag das Gefühl hatte ins Wochenende zu starten. Es war ein schön stressiges Wochenende. Schön stressig im Sinne von positiv stressig, denn natürlich war die Entrada ein einmaliges Erlebnis, welches ich für nichts tauschen würde. Außerdem ist einem auch die Tanzgruppe ans Herz gewachsen. Das liebliche Trillern der Pfeife in meinen Ohren fehlt eben doch ein bisschen... Samstag abend durften wir es aber nochmal in vollen Zügen genießen. 

Natürlich durfte auch die passende Tracht nicht fehlen. Mit Kleid, Hut, Federn, Autoreifensandalen, weißen Socken und zahlreichen Tüchern bewaffnet begaben wir uns zum ausgemachten Treffpunkt. Typisch bolivianischer Tanz ; typisch bolivianische Regeln... Zwei Stunden später als ausgemacht trudelten dann so langsam alle anderen ein und wir machten uns bereit. Ein Auto mit riesigen Boxen aus denen die Tinkumusik schepperte und eine Gruppe von Tänzer die gebeugt und mit den Füßen wippend gespannt auf die Signale des Trainers warten. Drumherum die Einwohner von Camiri, die das Geschehen gespannt verfolgen und die Tänzer teilweise mit Snacks und Getränken versorgen. Unter der Trachten der Tänzer verwandelte sich die vorerst angenehme Temperatur schon frühzeitig zu einer Hitze, die alle Hautporen öffnet und sie in Wasserfälle verwandelt.  Ab und zu, wenn die Tänzer ihre Köpfe heben, winken Bekannte und Freunde ihnen zu was mit einem angestrengt Lächeln quittiert wird, um ja nicht aus dem Takt zu kommen. 

Und dann wären da noch die drei gringitas. Die jenigen die nicht ganz so doll geschminkt sind wie alle anderen, und diejenigen die in ihren grellen Trachten und ihrer hellen Haut ein bisschen aussehen wie Leuchtboyen. Obwohl sie sich Mühe geben alle Tanzschritte mehr oder weniger fehlerfrei durchzustehen sieht man eben doch dass sie erst vor wenigen Wochen mit dem Training begonnen haben mussten. Der gute Wille zählt... Am Ende des ungefähr zweistündigen Geschehen fallen sich alle mit einem breiten Lächeln in die Arme. Kurz verschnaufen. Und dann geht sie los. Die Fotosession. Bis die Kiefermuskeln wehtun wird das schönste Fotolächeln aufgesetzt und ausgeblendet, dass sie völlig verschwitzt sind und das wenige Makeup was sie tragen wahrscheinlich komplett verlaufen ist.

Nun ratet mal warum keine Bilder von diesem Event hier hochladen werden...

Bis bald!
 Clara

 

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