Struwwelpeter und Kartoffelkunde







Genau wie die letze, war auch diese Woche vollgepackt mit Aktivitäten. Deswegen verging die Zeit wahrscheinlich mal wieder unglaublich schnell. Seit Montag hieß es jeden Morgen Seminar rund ums Thema Augen und Optik worauf eine kurze Mittagspause folgte, bevor wir zum Spanischkurs aufbrachen. Natürlich mussten dafür auch noch die Hausaufgaben erledigt werden, weswegen sich die Mittagspause meist in eine Denksport-Stunde verwandelte. 

Wie ihr euch denken könnt, blieb leider nicht besonders viel Zeit sich Sucre zu widmen oder einfach mal zu entspannen. Alles in allem also eine ziemlich stressige Woche. Trotzdem habe ich viel gelernt und freue mich schon riesig mein Wissen diese Woche auf die Probe stellen zu können. Falls ihr euch nämlich gefragt habt, wozu wir Seminare zum Thema Augen besucht haben, sage ich nur "Lentes al instante". Ein Projekt, welches Menschen die Chance gibt für wenig Geld eine Sehhilfe zu erhalten. Diese Woche startet die erste große Kampagne für uns, wobei wir am gestrigen Samstag schon mal einen kleinen Vorgeschmack erhielten. Da man das Projekt  allerdings nicht in einem Satz in allen seinen Facetten erklären kann, möchte ich darüber in einem separaten Post mehr erzählen. 

Heute war auf jeden Fall der erste Tag dieser Woche, über dessen Verlauf ich selbst entscheiden konnte. Tat auch mal gut. Zusammen mit einigen anderen Freiwilligen brachen wir zu einer Wanderung zu den 7 Wasserfällen auf. Gut. Ich gebe zu es ist Trockenzeit. Es waren keine 7 Wasserfälle. Schön war es trotzdem. Die Bewegung tat gut und auch das eiskalte Bergwasser auf der Haut war angenehm. Zuerst raubte es einem den Atem, aber wenn man sich daran gewöhnt hatte, konnte man es wirklich genießen. Ein weiterer Bonus war natürlich auch unsere treue Einheimische Begleitung in Form eines Straßenhundes. Von der Innenstadt Sucres, über eine einstündige Busfahrt  bis hin zu steilen Abhängen und Klettersteigen war der kleine Struwwelpeter immer dabei. Man konnte nicht anders, man musste ihn ins Herz schließen. Die vielen Kontraste, welche ich schon in meinem letzten Post ansprach, ziehen sich leider auch bis in die verlassenen Naturgebiete Sucres. Klares blau-grünes Bergwasser auf der einen Seite, Tonnen von Müll auf der anderen Seite. Ich wünschte, dass Menschen zumindest vor solchen Orten halt machen würden. Das wird wohl ein Wunsch bleiben. 

Nach der Bewegungseinheit stand für einige von uns eine richtige Belohnung an. Wir hatten uns nämlich einen Bolivianischen Kochkurs gebucht. Nach einer kleinen Kartoffelkunde und Erläuterung weiterer Zutaten machten wir uns daran Sopa de Maní zu kochen. Es war ein Festessen. Schade, dass man hier nicht alle Tage selbst kochen kann. Mal sehen, ob ich das auch noch nach einigen Wochen WG-Leben denken werde...

Bis bald!

Clara





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